Modbus RTU Gerät
Eine weitere weit verbreitete Möglichkeit, Messdaten von externen Sensoren einzulesen ist über das Modbus Protokoll. Der dydaqlog Datenlogger kann Daten von anderen Geräten einlesen, die mit der RS485 Schnittstelle verbunden werden. Es können hierbei mehrere Geräte in Reihe geschaltet und gleichzeitig an der gleichen RS485 Schnittstelle betrieben werden, solange sie über eine eindeutige Geräteadresse verfügen. Sogar eine Kombination von Eingabe- und Ausgabegeräten ist möglich (siehe hierzu auch Externe Ausgänge).
Da das Modbus-Protokoll sehr flexibel ist und daher für die einzelnen Hersteller viel Freiraum lässt, erfordert das Auslesen der Daten immer gerätespezifisches Wissen, z.B. darüber, in welchen Registern das Gerät seine Messdaten zur Verfügung stellt und wie sie genau codiert und skaliert sind. Um zumindest die Nutzung einiger, häufig mit dem dydaqlog Datenlogger kombinierten externen Messmodule zu vereinfachen, gibt es den Datenquellentyp Modbus RTU Gerät. Hier sind für bestimmte Messmodule die verfügbaren Datenkanäle bereits vorkonfiguriert und können sehr einfach importiert und für den Gebrauch im dydaqlog zur Verfügung gestellt werden.
Hierzu muss auf der Seite Externe Eingänge eine Datenquelle vom Typ Modbus RTU Gerät angelegt werden. Geben Sie eine Beschreibung ein, wählen Sie Modbus RTU Gerät in der Kombobox aus und drücken Sie auf Anlegen. Es öffnet sich ein Einstellungsdialog.

Beim COM Port brauchen Sie keine weitere Auswahl zu treffen, da der dydaqlog Datenlogger nur über eine einzige RS485 Schnittstelle verfügt. Wie Sie die Schnittstelle selbst konfigurieren, finden Sie im Kapitel Allgemeine Einstellungen. Als nächstes sollten Sie die Geräte-ID auswählen. Es handelt sich dabei um eine Zahl zwischen 1 und 255. Wichtig ist lediglich, dass die hier eingestellte ID mit der im Gerät konfigurierten übereinstimmt. Wenn Sie nur ein einzelnes Gerät anschließen, belassen Sie sie auf 1, das ist die ID, die in den ADAM-Modulen von Advantech in der Regel vorkonfiguriert ist.
Wählen Sie als nächstes Ihren Gerätetyp aus. Sollten Sie ein ADAM-Modul betreiben wollen, das hier nicht aufgeführt ist, sprechen Sie mit unserem Support, ob wir das Gerät kurzfristig unterstützen können, oder nutzen Sie stattdessen den Datenquellentyp Modbus RTU (allgemein).
Wenn Sie den Gerätetyp umstellen, erscheint eine Warnung, dass vorhandene Kanaleinstellungen verloren gehen. Bei Ersteinrichtung können Sie die ruhig ignorieren, da sie ja sowieso noch keine Kanäle konfiguriert haben.
Wählen Sie danach alle Kanäle aus, die sie importieren wollen, indem Sie das Häkchen in der Spalte "aktiv" setzen. Die Kanäle bekommen vom System einen Namen, der sich aus dem Anschlusslabel und der laufenden Nummer ihres Datenimports zusammensetzt, um Dubletten zu vermeiden. Sie können den Namen aber wie alle anderen Kanalnamen ändern und zusätzlich eine Beschreibung angeben.
Als nächstes sollten Sie, wenn ihr Gerät schon verbunden ist, einmal den eingestellten Messbereich für den Kanal abfragen, indem Sie auf die Schaltfläche "Abfragen" klicken. Dabei sehen Sie auch gleich, ob die gemachten Einstellungen für Gerätetyp, ID etc. korrekt sind, denn ansonsten bekommen Sie bei diesem Schritt eine Fehlermeldung (etwa: "Falscher Gerätetyp").
Der Wert in der Spalte "Default" legt fest, welcher Wert im dydaqlog angezeigt und in Berechnungen verwendet wird, falls der tatsächliche Wert nicht eingelesen werden kann, z.B. bei einem Verbindungsfehler.
Wie Sie das z.B. von Analogkanälen kennen, können Sie auch hier eine Skalierung für den Kanal einstellen und mit dem Kästchen neben dem "Bearbeiten" Knopf aktivieren.
Wenn Sie alle gewünschten Kanäle eingerichtet haben, schließen Sie den Einstellungsdialog mit Klick auf die Schaltfläche Übernehmen. Die importierten Kanäle stehen Ihnen dann zusammen mit den nativen Kanälen des Geräts zur Speicherung, Darstellung, für Berechnungen und Alarme zur Verfügung.