Datenimport über Modbus TCP (optional)
(Diese Funktionalität steht nur zur Verfügung, wenn die Option "Daten von externen Eingängen über Modbus TCP einlesen" installiert wurde.)
Mit der Software-Erweiterung "Daten von externen Eingängen über Modbus TCP einlesen kann der dydaqlog Datenlogger Daten von anderen Geräten einlesen, die im gleichen Netz liegen und das Modbus TCP Protokoll unterstützen.
Hierzu muss auf der Seite Externe Eingänge eine Datenquelle vom Typ Modbus TCP Gerät oder Modbus TCP (allgemein) angelegt werden. Die Unterscheidung ist dabei die gleiche, wie bei den Datenquellen für Modbus RTU. Für die ADAM Module von Advantech, die explizit vom dydaqlog Datenlogger unterstützt werden, wählen Sie Modbus TCP Gerät, für alle anderen Modbus TCP (allgemein).
Geben Sie eine Beschreibung ein, wählen Sie den Datenquellentyp in der Kombobox aus und drücken Sie auf Anlegen. Es öffnet sich ein Einstellungsdialog.
Für Modbus TCP Gerät:

Geben Sie die TCP Adresse des Geräts, den zu verwendenden TCP Port und die Geräte-ID ein. Als TCP-Port ist 502 üblich, als Geräte-ID (Modbus-Adresse) ist für Modbus-TCP 255 üblich, sofern das Gerät nicht auf eine Modbus-Adresse im Bereich von 1 bis 247 konfiguriert ist.
Wählen Sie als nächstes ihren Gerätetyp aus der Liste aus. (Sollte Ihr Gerät hier nicht aufgeführt sein, nutzen Sie stattdessen eine Datenquelle vom Typ Modbus TCP (allgemein)).
Wenn Sie den Gerätetyp umstellen, erscheint eine Warnung, dass vorhandene Kanaleinstellungen verloren gehen. Bei Ersteinrichtung können Sie die ruhig ignorieren, da sie ja sowieso noch keine Kanäle konfiguriert haben.
Wählen Sie danach alle Kanäle aus, die sie importieren wollen, indem Sie das Häkchen in der Spalte "aktiv" setzen. Die Kanäle bekommen vom System einen Namen, der sich aus dem Anschlusslabel und der laufenden Nummer ihres Datenimports zusammensetzt, um Dubletten zu vermeiden. Sie können den Namen aber wie alle anderen Kanalnamen ändern und zusätzlich eine Beschreibung angeben.
Als nächstes sollten Sie, wenn ihr Gerät schon verbunden ist, einmal den eingestellten Messbereich für den Kanal abfragen, indem Sie auf die Schaltfläche "Abfragen" klicken. Dabei sehen Sie auch gleich, ob die gemachten Einstellungen für Gerätetyp, ID etc. korrekt sind, denn ansonsten bekommen Sie bei diesem Schritt eine Fehlermeldung (etwa: "Falscher Gerätetyp").
Der Wert in der Spalte "Default" legt fest, welcher Wert im dydaqlog angezeigt und in Berechnungen verwendet wird, falls der tatsächliche Wert nicht eingelesen werden kann, z.B. bei einem Verbindungsfehler.
Wie Sie das z.B. von Analogkanälen kennen, können Sie auch hier eine Skalierung für den Kanal einstellen und mit dem Kästchen neben dem "Bearbeiten" Knopf aktivieren.
Wenn Sie alle gewünschten Kanäle eingerichtet haben, schließen Sie den Einstellungsdialog mit Klick auf die Schaltfläche Übernehmen. Die importierten Kanäle stehen Ihnen dann zusammen mit den nativen Kanälen des Geräts zur Speicherung, Darstellung, für Berechnungen und Alarme zur Verfügung.
Für Modbus TCP (allgemein):

Geben Sie die TCP Adresse des Sensors, den zu verwendenden TCP Port und die Geräte-ID ein. Als TCP-Port ist 502 üblich, als Geräte-ID (Modbus-Adresse) ist für Modbus-TCP 255 üblich, sofern das Gerät nicht auf eine Modbus-Adresse im Bereich von 1 bis 247 konfiguriert ist.
Für manche Hersteller kann (und sollte) bei Betriebsart der Name des Herstellers eingetragen werden. Ist der Hersteller des benutzten Sensors dort nicht aufgelistet, kann „Allgemein“ verwendet werden.
Die Unterscheidung zwischen „Allgemein Big Endian“ und „Allgemein Little Endian“ beschreibt, in welcher Reihenfolge die einzelnen Bytes eines Wertes übertragen werden. Dabei steht „Big Endian“ für „das höherwertige Byte (Most Significant Byte, MSB) wird zuerst übertragen“ und „Little Endian“ für „das niederwertige Byte (Least Significant Byte, LSB) wird zuerst übertragen“. Eine entsprechende Angabe sollte in der Dokumentation des Sensors zu finden sein.
Beispiel: Der Zahlenwert 4660 entspricht in 16-Bit hexadezimaler Schreibweise dem Wert 0x1234 und setzt sich aus dem höherwertigen Byte 0x12 (entspricht 18 dezimal) und dem niederwertigen Byte 0x34 (entspricht 52 dezimal) zusammen. Bei Big Endian würde zuerst der Wert 0x12 und dann der Wert 0x34 übertragen, bei Little Endian anders herum, also zuerst 0x34 und dann 0x12. Wenn Endian falsch (also anders als für den angeschlossenen Sensor erforderlich) eingestellt ist, würde der Wert nach der Übertragung fälschlich als 0x3412 interpretiert, das entspricht dezimal 13330. Generell können „unsinnige“ Werte darauf hindeuten, dass der Endian falsch eingestellt sein könnte.
Danach können Sie im unteren Teil des Dialogs die Kanäle definieren, die Sie importieren möchten. Hierfür ist etwas Hintergrundwissen zum Modbus Protokolls sinnvoll, sie finden eine kurze Einführung unter Kurze Erklärung des Modbus-Protokolls.
Vergeben Sie für den gewünschten Kanal einen Namen (dieser muss der dydaqlog Konvention für Kanalnamen entsprechen, d.h. er darf nur aus Buchstaben, Unterstrichen und Zahlen bestehen, muss eindeutig sein und mit einem Buchstaben beginnen). Die Beschreibung können Sie frei vergeben oder auch leer lassen. Hier sind, wie bei allen Kanalbeschreibungen auch Groß- und Kleinschreibung, Leer- und Sonderzeichen möglich.
Der Kanaltyp kann float, boolean oder string sein. Importieren Sie Integer- und Festkommawerte ebenfalls als float, sie werden beim Import automatisch umgewandelt.. Bei float Kanälen können Sie eine Einheit und eine Skalierung angeben. Die Skalierung kann linear über zwei Punkte erfolgen. Außerdem ist eine lineare Anpassung über Faktor und Offset möglich. Ähnlich wie bei den anderen Eingangskanälen muss die Skalierung durch Anhaken der Checkbox aktiviert werden.

Sie können einen Default angeben, der für den Kanal verwendet wird, falls der Wert nicht gelesen werden kann. Die Adresse für das auszulesende Register entnehmen Sie der Herstellerdokumentation für den Sensor. Bei float Kanälen müssen Sie außerdem angeben, wie die Werte in dem Register kodiert sind (siehe auch hier Kurze Erklärung des Modbus-Protokolls). Bei string Kanälen geben Sie bitte die (maximale) Länge des Strings an, also, wie viele aufeinander folgende Register ausgelesen werden müssen. Drücken Sie auf Zufügen, um den Kanal anzulegen. Die Zeile wandert in den oberen Teil der Tabelle und es entsteht eine neue Leerzeile, in der sie den nächsten Kanal anlegen können.
Wenn Sie alle Kanäle definiert haben, schließen Sie den Einstellungsdialog durch drücken der Schaltfläche Übernehmen.